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Therapie

In Österreich müssen sich TransGenders vor Beginn der offiziellen Hormoneinnahme einer mindestens ein Jahr dauernden Psychotherapie unterziehen.

Damit werden Transsexuelle zu einer Art Zwangstherapie verpflichtet die, sofern sie nicht auf Freiwilligkeit beruht, gar nicht als Psychotherapie bezeichnet werden kann. Eine psychoanalytische Arbeit - die erst nach dem Überwinden von Blockaden ab etwa 50 Stunden Therapie einsetzt - kann hier jedenfalls nicht erwartet werden.

Diese Therapie dient schließlich vor allem dazu "die Art und das Ausmaßes der Störung der geschlechtlichen Identität" abzuklären und die "diagnostische Bewertung" der Therapeuten "zu vertiefen" (siehe Empfehlungen für den Behandlungsprozess). Die "Therapie" ist als eine verzögernde Anamnese konzipiert.

Transsexuelle sollen sich selbst und die Therapeutin davon überzeugen, dass ihr unzweifelhafter Wunsch nach brust- und genitalanpassender Operationen über einen längeren Zeitraum hinweg besteht. Kate Bornstein hat dazu sehr zynisch bemerkt, dass Transsexualität die einzige Krankheit ist, die mit Lügen behandelt wird.

Freilich, für eine Hormonfreigabe ist es heute nicht mehr notwendig, dir und dem Therapeuten vorzugaukeln, dass du schon als Baby lieber rosa/blaue Windeln wolltest. Du musst auch deine Unsicherheiten und Zweifel über deine Zukunft nicht kaschieren oder verleugnen.

Gerade in der Abklärung der Unsicherheiten kann ein wesentlicher Wert dieser Therapie liegen. Darüberhinaus ist sie für TransGenders, die mit dem Beginn ihrer Geschlechtsmigration von sozialer Isolation bedroht sind, oft der einzige Ort um sich auszusprechen. Die Therapeutin dient hier - im ursprünglichen Sinn des Wortes - als Begleiterin. Deinen Weg bestimmen und deine Probleme lösen musst du selbst.

Kosten

Sowohl für die "Therapie" als auch für die Gutachten fallen Kosten an, die das Budget ganz schön belasten können. Eine Therapiestunde beispielsweise kostet zwischen € 60 und € 120. Auf Antrag leisten die Krankenkassen einen Zuschuss von € 21,80. Es besteht auch die Möglichkeit, die Therapie vollständig von der Krankenkasse finanzieren zu lassen. Dafür gibt es allerdings ein beschränktes Kontingent, das auf einzelne Therapeuten aufgeteilt wird. Um in den Genuss einer vollständig finanzierten Therapie zu kommen ist es nötig, eine Therapeutin zu finden, die einen Platz aus diesem Kontingent frei hat.

Therapeutenliste

Die freie Wahl einer Therapeutin ist ein wesentlicher Grundsatz für den Beginn jedes therapeutischen Prozesses. Doch es gibt eine Reihe von Therapeutinnen und Therapeuten, die sich besonders mit dem Themenbereich Transsexualität auseinandersetzen. Sie bilden im Rahmen des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie einen eigenen Arbeitskreis. Es kann von Vorteil sein, eine dieser Therapeutinnen zu wählen, um nicht teure Therapiezeit mit Fortbildung des Therapeuten zu verschwenden.

Wir stellen hier eine LinkListe der Therapeutinnen mit dem Themenbereich Transsexualität zur Verfügung, verweisen aber auch auf die aktuellste LinkZusammenstellung des Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP). Zur Suche nach TherapeutInnen, die mit Erfahrung mit der TransGender-Problematik haben, wählen Sie dort im Feld "Arbeitsschwerpunkte" den Suchbegriff "Transsexualität" aus.

Anerkannte Gutachten

Zur Bewilligung einer körperlichen Geschlechtsmigration müssen nach den Link "Österreichischen Richtlinien" fachärztliche Bestätigungen und Gutachten vorgelegt werden.

Wir veröffentlichen hier einige Beispiele anerkannter Gutachten um einen Eindruck vermitteln, was solche Gutachten enthalten können.

Links

Link www.psychotherapie.at/transsexualitaet
Seite des Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) mit einer Stellungnahme zu Rolle der Therapie und zum Therapieverlauf bei Transsexuellen.

Link Psychotherapie – Postoperative Anliegen
Vortrag von Elisabeth Vlasich zum Salzburger "Konsensus-Treffen Transsexualität", 12.+13. November 2004, mit Analysen der von ihr bis dahin durchgeführten 120 Therapien von TransGender-Personen.

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