Das
äußere Erscheinungsbild wir in hohem Maß vom Haarbild und der Frisur bestimmt.
Umso mehr kämpfen Transfrauen ständig mit den Haaren. Ob es nun darum
geht, den lästigen und entlarvenden Wuchs von Bart- und Körperbehaarung
zu reduzieren oder darum, aus einer Glatze wieder gesunde Haare spriessen zu
lassen, im folgenden stellen wir hilfreiche Methoden dar.
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Auch wenn der Wuchs der Bart- und Körperbehaarung durch die Hormontherapie gedämpft wird, kann er nicht komplett gestoppt werden. Zur Entfernung der Bart- oder Körperbehaarung bieten sich verschiedene Alternativen an. Sie unterscheiden sich darin, ob die Haare mit der Wurzel entfernt oder nur oberflächlich gekappt werden und ob die Entfernung dauerhaft oder nur temporär ist.
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Die wohl unaufwendigste aber auch schlechteste Methode. Sie bringt nur einen sehr kurzfristigen Erfolg, da die Haare nur über der Haut entfernt wird, die Haarwurzeln aber unangetastet bleiben.
Durch das oberflächliche Abschneiden der Haare an der Hautoberfläche wird einerseits die oberste Hautschicht gereizt, andererseits bewirkt es, dass das Haar kurzfristig leicht aus dem Haarkanal herausgezogen wird, um danach wieder zurückzurutschen. Die Haare dringen bald wieder in ihrer ursprünglicher Stärke aus der Haut.
Durch Epilationscremen wird das Haar an der Haut durch Chemikalien zersetzt. Dadurch wird die oberste Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen. Es kann, vor allem im Gesicht, zu Rötungen und Ausschlag kommen. Die Erfolgsdauer ist nicht viel besser als beim Rasieren.
Bei den folgenden drei Methoden werden die Haare vollständig aus dem Haarkanal entfernt. Das Auszupfen der Haare ist zwar etwas schmerzhalft, doch danach fühlt sich die Haut für einige Zeit wirklich völlig glatt an. Da die Wachstumszellen (Matrix) der Haarwurzel nicht zerstört wreden wachsen die Haare allersings nach einer bis drei Wochen wieder nach.
Es kann auch passieren, dass mit dem Haar der Pigmentbeutel herausgerissen wird und das Haar hell nachwächst. Helle Haare wiederum sprechen auf eine Laserepilation schlecht an.
Der Schmerz nimmt nach wiederholtem Auszupfen ab. Er ist geringer, wenn die Haut unter Spannung gehalten und das Haar in Wuchsrichtung ausgezupft wird.
Wer besonders empflindlich ist kann durch den Einsatz eines Oberflächenanästetikums Abhilfe schaffen. Entsprechende Salben können fertig gekauft aber auch in Apotheken angefertigt werden. Bei fertigen Salben erreicht man mit ELMA gute Ergebnisse. Vergleichbare, wenn nicht bessere Ergebnisse können mit einer Creme erreicht werden, die pro Gramm 25 mg Pilocain und 25 mg Lidocain enthält.
Zur Anwendung der Salben die Stelle zuerst gut waschen, die Salbe spachteldick auf die Haut auftragen, mit Frischhaltefolie vollständig abdecken, mindestens eine Stunde warten, gründlich abwaschen und dann kann es losgehn.
Das Zupfen mit der Pinzette ist eine mühsame und langwierige Methode. Aber sie ist auch gründlich der Schmerz kann gut kontrolliert werden. Und man kann sie überall anwenden, weil man nur einen Spiegel und eine Pinzette dazu braucht.
Geeignet ist diese Methode vor allem für den Bart. Die Haare werden mit der Pinzette ergriffen und mit einem Ruck herausgezogen. Bei einem Wachstum von einem halben Millimeter pro Tag wird sich erst nach 10 Tagen wieder ein Haar zeigen.
Ganz gute Ergebnisse können durch eine Kombination aus Rasieren und Zupfen erreicht werden. Zuerst so lange zupfen, bis alle greifbaren Haare entfernt sind, dann den letzten Flaum durch Rasieren entfernen. Dadurch kann man ein bis zwei Tage Ruhe haben.
Diese Mehtode geht schon etwas schneller. Man arbeitet entweder mit Kaltwachsstreifen oder mit Heißwachs. Kaltwachsstreifen sind besser zu handhaben und weniger schmerzhaft, Heißwachs dauert länger bringt aber die besseren Ergebnisse.
Das Harz wird in Wuchsrichtung der Haare aufgetragen und dann mit einem Ruck entgegen der Wuchsrichtung wieder abgezogen. Damit es funktioniert müssen die Haare eine gewisse Länge haben, sonst haftet das Wachs nicht.
Am besten eignet sich diese Methode für flaumige Körperhaare wie auf den Beinen. Bei dickeren Haaren wie an der Brust oder beim Bart ist sie zwar ebenfalls schmerzhaft aber völlig wirkungslos.
Ein Epiliergerät besteht meist aus einem Griff und einer Walze mit kleinen, routierenden Scheiben, die an einer Position zusammenstossen, die Haare einklemmen und durch die Drehung herausziehen. Dadurch können in kürzester Zeit viele Haare entfernt werden, es ist dadurch aber auch relativ schmerzhaft.
Die Methode empfiehlt sich vor allem bei grösseren Partien wie Beine, Arme, Brust, Bauch und Rücken. Je stärker die Haare sind desto schmerzhafter ist das Entfernen. Das betrifft vor allem Brust und Bauch. Empfindliche Stellen sind die Kniekehlen und die Arminnenseiten. Weil die Haut dort sehr zart ist kann es zu kleinen Verletzungen kommen.
Lange Haare sollte man vor der Epilation mit einer Haarschneidemaschine auf fünf bis zehn Millimeter kürzen, da sonst zu viele Haare auf einmal erfasst werden und der Schmerz steigt. Am angenehmsten ist das Epilieren nach einem ausgiebigen Bad, wenn die Haut weich ist. Oder nach dem Auflegen eines feuchten, heissen Handtuchs. Zur Epilation muss die Haut allerdings trocken sein.
Nach den entsprechenden Vorbereitungen wird das Epiliergerät mit leichtem Druck in Wuchsrichtung der Haare über die Haut gezogen. Am besten die Haut mit der freien Hand ein wenig spannen, dann tut es weniger weh.
Nach dem Epilieren bilden sich an den behandelten Haarwurzeln lauter kleine Blutergüsse, die als rote Pünktchen deutlich sichtbar sind. Wohltuend ist es, die Haut mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion einzureiben. Am besten ist es, am Abend zu epilieren, damit sich die Haut über Nacht erholen kann.
Die Epilation durch Laser oder Elektronadel ist zwar teuer, führt aber zu einer dauerhaften Entfernung unerwünschter Haare.
Das Ziel einer Laserbehandlung ist, die Wachstumszellen Haarwurzel, den sogenannten Follikel, dauerhaft zu zerstören. Dazu sendet der Laser gerichtetes Licht einer bestimmten Wellenlänge auf eine Hautpartie. Die Lichtenergie des Laserstrahls wird vom Haar absorbiert, an die Wurzel weitergeleitet und in Hitze umgewandelt. Sobald die Temperatur der Wurzel auf mehr als 68 Grad ansteigt, wird diese zerstört.
Die
Laserepilation hat allerdings ein Problem: Um die umliegende, helle Haut nicht
zu verletzen ist die Lichtenergie des Lasers auf die dunklen Farbpigmente der
Haare abgestimmt. Deshalb funktioniert diese Methode nur bei dunklen Haaren
und nur in der Wachstumsphase des Haares, wenn der Follikel viel Melanin enthält.
Ausserdem ist von einer Behandlung abzuraten, wenn die Haut von der Sonne gebräunt
ist und wird vor allem im Winter durchgeführt.
Da
nur Haare die sich in der Wachstumsphase befinden zerstört werden können
sollte man ab ein Monat vor einer geplanten Laserbehandlung nicht mehr zupfen.
Ab vier Tage vorher darf auch nicht mehr rasiert werden, die Haare müssen
ein wenig über die Hautoberfläche herausragen.
Um den Schmerz in Grenzen zu halten und Hautverbrennungen möglichst gering zu halten werden die betroffenen Hautstellen vor der Behandlung mit einem Oberflächenanästetikum bestrichen, das dann eine Stunde einwirken muss. Angenehm ist die Prozedur trotzdem nicht.
Danach gibt es mehr oder weniger starke Hautrötungen. Wenn Brandblasen auftreten war der Laser zu stark eingestellt. Kühlung tut gut. Die Rötungen klingen nach einem Tag meistens ab, Blasen können sich länger halten. Ausserdem stecken noch die verbrannt stinkenden Haare in der Haut, die in mühevoller Arbeit ausgezuprt werden müssen.
Erfahrungsgemäß werden keinesfalls alle Haare an einer behandelten Stelle zerstört. Es braucht mindestens vier Behandlungen, bis ein einigermassen befriedigendes Ergebnis erzielt ist. Je heller die natürliche Haarfarbe ist desto mehr Behandlungen sind auch nötig.
Behandlungen mit dem Lightsheer-Diodenlaser gibt es bei
AKH-Wien, Abteilung für spezielle Dermatologie
Laserzentrum der Tagesklinik Wien an der Privatklinik Döbling (10% Rabatt für TransX-Mitglieder)
Zentrum für ästhetische Medizin Dr. Kögler
Für westliche Bundesländer eher erreichbar:
Skin & More (arbeitet mit Alexandrit-Laser; liebes Team mit viel TS-Erfahrung)
Dies
ist eine etwas ältere Methode, die sehr wirksam, schmerzhaft und langwierig
ist. Der Vorteil gegenüber der Laserepilation liegt darin, dass damit auch
helle Haare erfasst werden können.
Dabei wird eine sehr dünne Nadel in den Haarkanal bis zur Haarwurzel eingeführt, durch die ein Gleichstrom mit einem überlagertem Hochfrequenzstrom fließt. Der Gleichstrom zersetzt die Körperflüssigkeit im Wurzelbereich, die Hochfrequenz erwärmt die Flüssigkeit zusätzlich, wodurch die Kapillaren zerstört werden und austrocknen.
Die Nadelepilation ist sehr langwierig, weil jedes Haar einzeln behandelt werden muss. Sie ist auch durch die starken Stromstösse sehr schmerzhaft. Deshalb wird eine Sitzung meist nicht länger als 20 Minuten angesetzt und es braucht viele Sitzungen.
Bei der Zersetzung der Haarwurzel können Stoffe entstehen, auf die die Haut allergisch reagiert. Dadurch kann es zu schmerzhaften Entzündungen kommen.
Die Nadelepilation ist kaum geeignet, einen Vollbart vollständig zu entfernen. Aber sie ist eine sehr wirksame Methode, um nach Abschluss der Behandlung mit Laser die letzten einzelnen hellen Haare los zu werden.
Behandlungen mit der Elektronadel gibt es bei
Art of Cosmetic, Wickenburggasse 2, 1080 Wien
Tel: 01/406 46 39, Mail: aoc@css-web.net
Unter den verschiedenen Formen des Haarausfalls spielt wohl der androgenbedingte die größte Rolle, wobei eine Überempfindlichkeit der Haarwurzel auf das Testosteron-Abbauprodukt Dihydrotestosteron als gesichert gilt. Unter dessen Einfluss verkümmern die Haarfollikel, und die Wachstumsphase wird laufend verkürzt.
Bis zum 50.Lebensjahr ist davon jeder zweite Mensch betroffen, wobei sich das Muster des androgenetischen Haarausfalls zwischen Mann und Frau unterscheidet. Bei Männern kommt es zur charakteristischen Glatzenbildung, einem Zurückweichen des frontalen und seitlichen Haaransatzes oder Tonsurbildung. Bei Frauen ist der Haarausfall meist diffus und über den ganzen Kopf verteilt.
Medikamente, die die Umwandlung des Testosterons zu Dihydrotestosteron (DHT) unterbinden, gelten als wirksam, jedoch nur dort, wo noch Haarfollikel vorhanden sind. An den Stellen, an denen die Wurzeln bereits abgestorben sind, helfen auch sie nicht mehr. In diesen Fällen ist die Eigenhaartransplantation eine gute, wenn auch nicht billige Alternative.
Zur Transplantation braucht es gut behaarte Hautstücke, in denen sich intakte Haafollikel finden. Bei genetisch männlichen Personen reagieren nicht alle Haafollikel in gleicher Weise empfindlich auf DHT. Im fortgeschrittenen Stadium entsteht meist die typische Tonsurglatze, während am Hinterkopf noch genügend Haare wachsen. Es wird also ein Hautstreifen vom Hinterkopf entfernt, die dort befindlichen Haarwurzeln vom umgebenden Hautgewebe getrennt und mittels Mikroskalpell an die kahlen Stellen verpflanzt. Es entsteht ein durchaus natürliches Haarbild, und da die vom Hinterkopf entnommenen Haarfollikel unempfindlich gegen DHT sind, fallen die Haare auch nicht mehr aus.
In einem uns bekannten Fall hat sich die Eigenhaar Transplantation als durchaus erfolgreich erwiesen, die transplantierten Haarwurzeln entwickeln sich seit mittlerweile vier Jahren ausgesprochen gut.
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