Die Stimme sagt meist mehr über die Sprechenden als diese durch das Gesagte vermitteln wollen: Stimmungen, Haltungen und Persönlichkeit werden erbarmungslos offengelegt. Das Geschlecht wird vor allem durch die Sprachmelodie, den Tonfall und die Stimmhöhe erkannt.
TransGender-Personen machen immer wieder den Fehler, in kritischen Situationen zu leise zu sprechen. Dadurch vermitteln sie vor allem ihre Unsicherheit. Der Inhalt des Gesagten und die angestrebte Geschlechtsposition bleiben jedoch in der Regel unverstanden. Eine deutliche und klare Aussprache, betonte Konsonanten und akzentuierende Sprechpausen signalisieren dagegen eine Selbstsicherheit, die jede Skepsis am Geschlecht der SprecherIn absurd erscheinen lässt.
Die monotonere männliche Stimmführung unterscheidet sich deutlich von der melodiöseren weiblichen, bei der die Stimmhöhe am Wortende häufiger angehoben wird. Die Stimmhöhe hängt nicht nur vom Sprechenden sondern auch vom Angesprochenen ab: So sprechen etwa Frauen, die sich mit Männern unterhalten, höher und zurückhaltender als in reinen Frauengruppen.
Sprach- und Gesangstrainer bieten zum Teil spezielle Kurse für TransGenders an, in denen diese lernen, ihre Persönlichkeit in passender Stimme auszudrücken. TransX hat gute Erfahrungen mit den Workshops von Lena Rothstein gemacht.
Logopädinnen (Stimmbildnerinnen) haben eigene Programme für Transsexuelle entwickelt. Nach akribischer Messung des Stimmpotentials werden individuelle Übungen zur Ausbildung von Konnotation, Modulation und Sprachmelodie erarbeitet.
Der Erfolg des Stimmtrainings hängt vor allem vom Üben ab. Durch die Verwendung der "neuen" Stimme im Alltag wird diese gefestigt.
FzM-TransGender können aufgrund der Hormoneinnahe eine Stimmsenkung
erwarten. Durch den therapeutischen Androgeneinsatz zu einer Massenzunahme der
Stimmlippen und damit zu einer in der Regel von den Betroffenen als ausreichend
empfundenen Virilisierung der Stimme. Bei MzF-TransGenders wird die Stimme durch
Hormone nicht verändert.
Operationen zur Anhebung der Stimme sind möglich aber problematisch.
Hormonelle oder operative Eingriffe zur Änderung der Stimmhöhe sollten
jedenfalls erst in Betracht gezogen werden, wenn alle logopädischen Möglichkeiten
ausgeschöpft sind. Schließlich gewährleistet die veränderte
Stimmhöhe auch kein gutes Passing, wenn die Stimmführung nicht angepasst
wird.
Es gibt wenige Logopädinnen, die sich auf das Abenteuer "Logopädie bei Transsexuellen" einlassen wollen. Wir können die transgenderfreundliche Klinik des AKH Wien wärmstens empfehlen, an der auch Stimmoperationen durchgeführt werden:
Univ.Klink für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Kopf- und Halschirurgie
Klin. Abteilung Phoniatrie-Logopädie
Fr. Dr. Berit Schneider, Tel. 40400 / 3310
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
In Wien gibt es eine Logopädin, die auf Transsexuelle spezialisiert ist und mit der wir sehr gute Erfahrungen haben:
Mag.Dipl.Logopädin Iris Gattol
Therapie und Training für Sprechen und Stimme (BVA und KFA)
Hießgasse 12/15, 3. Stock, 1030 Wien (Nähe U3)
Bitte anmelden: Tel: 01/718 25 78, Handy: 0650/442 88 65
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"Transsexualität
und Logopädie - Der Weg zu einer neuen Stimme" |
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"Wie man seine weibliche Stimme findet" |
http://www.transgender-net.de/Medizin/stimme.html
Linksammlung von TransGender-Net zum Thema Stimmveränderung
http://www.genderwunderland.de/praxis/stimmeeinerfrau.html
Faszinierender Artikel von Melanie Anne Phillips, die durch Sprechtechnik zu
einer weiblichen Stimme gefunden hat. Sie vermittelt ihre persönlichen
Erfahrungen zum selber ausprobieren.